Aktuelles
(31. August)  Passt auf euch auf und steckt euch nicht an! - Die meisten Veranstaltungen wurden abgesagt, einige wenige finden aber statt, auch in der Region:  -> mehr
 
25 Jahre - Ein Viertel Jahrhundert Vespa-Club Darmstadt
vom 12. bis 14. September in Nieder-Roden / Rollwald

Ich kann es selber kaum glauben. Seit 1983 bin ich nun Mitglied im VCD. Ich habe viele kommen und gehen sehn. Einige wenige sind fast so lange dabei wie ich. Mittlerweile haben wir schon viele Feste und Parties des Clubs veranstaltet. Und immer mit positiver Resonanz. Nun, zum 25jährigen mußte auch ein entsprechendes Fest her, ganz klar. Der Termin, 12.-14. September liegt rein wettertechnisch etwas spät. Aber egal.

Zum Anfang des Jahres war das Festgelände noch eine große Baustelle mit einem großen Loch, wo heute ein Luxusholzhaus steht. Das sieht alles schlimmer aus als es ist, meinte der Oberpfadfinder damals, den Termin hatte er fest zugesagt. Wenige Monate später stand das Holzhaus. Doch rundum war noch Bauschutt. Alles im grünen Bereich, kein Problem das kriegen wir, O-Ton Pfadie. Wieder ein paar Monate später; ein Schotterweg hier, ein Plattenweg da, so langsam wird's, Gottseidank!!! Also Einladungen raus, eine letzte Geländebegehung des Vorstandes um die Sicherheitsmaßnahmen, die noch nötig sind, zu koordinieren. Absperrungen, Flatterbänder, zusätzliche Beleuchtung etc., an alles mußte gedacht werden, damit sich keiner im Suff die Haxen bricht. Die Feuerholzsituation war Dank dem stattlichen Rest an Bauholz auf dem Gelände sehr entspannt.

Am Freitag Abend brachten Herbert und Claudi auch noch eine Ladung trockenes Holz auf ihrem Ford Pickup mit. Noch am Freitag nachmittag regnete es aus Eimern. Peter (Master of Kassendisaster), Ärisch, ich und einige andere bauten alles so gut wie's ging auf. Grills, Spühlzelt, Lampen, Bänke, etc., alles mußte auf seinen Platz. Auch die eigenen Zelte und Schlafgemächer mußten im vorderen Bereich des Anwesens aufgebaut werden. Ich stellte meinen Franzosen gerade dazu und fertig. Wegen der dort noch fehlenden Beleuchtung hatten wir uns entschlossen, einen Weg mit kleinen Grablichtern zu makieren. Gegen Abend trafen dann auch die anderen Mitglieder ein. Das Team Gude-Brink konnte dieses Mal leider nicht dabei sein, die Beiden hatten auf jeden Fall was versäumt und wir mußten auf ihren berühmt-berüchtigten Erdbeerlimes verzichten. Na gut, dann eben nächstes Mal. Bier, Äppler und andere Getränke sind am Spätnachmittag eingetroffen, und so konnte endlich die Bar eröffnet werden. Unser Herbert, er soll diesmal sein Nenngeld erst NACH der Einladung überwiesen haben – Schäm Dich - verkündete zu aller Entzückung seinen Geburtstag, den 28. ??? :-)) oder so ähnlich. Seine jugendlich-faltenfreie, hohe Stirn, perfekt durch modisches Käppi geschützt, kam nur selten ins runzeln bei den vielen Gratulanten und Glückwünschen. In seiner Brusttasche wartete ein Gutscheinblock, bereits bei Peter dem Großen beglichen, auf seinen Einsatz. Und ich kann euch versprechen, dieser Block wurde sehr oft im Laufe des sehr langen Abends gezückt. Doch erst mal Grundlage schaffen!

So langsam trafen auch die anderen Gäste ein. Da waren neben anderen zum Beispiel Conny und Martin aus Münster, Fritz aus Gießen oder Jörn und Rabea aus Hamburg, die dem Club schon seit langem wohlbekannt sind. Zeit für ein deftiges Abendessen. Das Chili con Carne konnte man bei den herbstlichen Temperaturen am Abend durchaus vertragen. Die Mahlzeit war von bester Qualität. Doch nach 3 Tellern mußte ich leider aufgeben. Das mit dem Regen hatte sich inzwischen auch erledigt. Es blieb trocken, die Wolken verschwanden und es wurde noch frischer. Das Lagerfeuer im hinteren Teil des Geländes brannte hell und warm. Die Stimmung in der Festhalle wurde immer besser, unterstützt von Herberts Abreissblock. Bier, Äppler, Wein und Sekt flossen in rauen Mengen durch die schon singenden Kehlen. Etwa 20 Teilnehmer waren nun vor Ort. Doch die Menge verteilte sich recht gut auf dem Gelände. Im Laufe des Abends zeigten sich dann bei einigen Teilnehmern leichte Ermüdungserscheinungen. So gegen 24 Uhr hatten sich die Reihen am Lagerfeuer gelichtet. Nur unser Chef-Präsi verweilte alleine noch auf der Bank sitzend am Feuer. An der Bar hingegen waren bei den meisten Anwesenden noch keine Schwächezeichen aufgetreten. Herbert zog seinen Block, das Getränk kam, ein Prosit auf den Spender, und weiter ging's. Der Chef-Präsi lag derweil mit sich und der restlichen Welt im absoluten Gleichgewicht auf der schmalen Festzeltbank - respekt! Bedingt durch die ständig ansteigende Qualität der Musik fanden nun unter den etwas reiferen Bar-Besatzern kleine Karaoke Einlagen und Luftgitarreneinsätze statt.

Gegen 2 Uhr in der Früh waren schon einige in ihren Zelte verschwunden. Herbert mit leerem Block, seine Claudi, Doro F., Holgi, der Präsi (wieder wach), ich und noch ein paar Andere hatten aber noch keine Lust die Lichter aus zu machen. So machte Runde um Runde die Runde, eine CD wechselte mit der nächsten CD und unsere Hälse wurden langsam heiser. So um 4 Uhr machten Doro, Holgi, Michael und ich dann doch Feierabend und zogen uns in unsere Gemächer zurück. Gut das die Friedhoflichter uns den Weg zeigten in der tiefen Nacht bei Grabesstille. Draußen wurde die Nacht dann doch ziemlich kalt. Aber ein guter Schlafsack und ein regendichtes Auto sorgten für eine entspannte Restnacht.

4 Stunden später, also gegen 8 Uhr, wurde ich von lautem Trommelfeuer aufs Autodach geweckt. Es schüttete aus Eimern. Der Weg vom Schlafplatz zu den Festhallen war schlammig und einige Grablichter trotz Regenschutz im Wasser ersoffen. Doch zu meiner Überraschung waren an diesem Samstag morgen schon einige auf den Beinen. Mein Weg führte mich zuerst an die Kaffeemaschienen, die schon länger ihren Dienst taten. Ein gutes Frühstück bildet immer eine solide Grundlage für den Rest des Tages sagte ich mir und die meisten anderen Gäste auch. Also rein in denn Kopp was geht - Mahlzeit! Und gefrühstückt wird beim VCD immer ausgiebig und reichlich. Es war so etwa 10 Uhr, als wir die Sonne zum ersten mal blinzeln sahen. Sofort flüchtete Alles aus der Halle ins Freie. Durch die wärmenden Strahlen wurde jetzt jeder so richtig munter. Die Musik dröhnte schon wieder. An diesem Samstag morgen trafen auch noch einige Gäste ein. Und immer das selbe Ritual. Ärisch begrüßte jeden mit Handschlag. Neuigkeiten wechselten die Seite, eine riesen Tratschgelegenheit eben. Gegen Mittag standen einige Aktivitäten auf dem Programm. Holgi hatte eine kleine Ausfahrt organisiert, die jedoch Aufgrund der Wetterverhältnisse und eines gesundheitlichen Problems ausfiel, Ärisch hatte zum kollektiven Gemeinschaftsplanschen in einem nahen Schwimmbad geladen. Und ein dritter Kulturakt wurde überraschender Weise angeboten. Eine Privatführung in den heiligen Vespa-Hallen von seiner Eminenz Erich Flechsenhar zu Ober-Roden. Ca. 15 Teilnehmer, darunter ich, wurden zuerst an den Wartungsbereich heran geführt, Erich öffnete die Garage: Hebebühne, Rollerteile, Werkzeuge, Neuteile, halbe Roller und und und, alles was das Herz begehrt. Ein Ahhh und Ohhh ging durch die Menge. Und weiter ging es auf dem Anwesen in Richtung einer Kellertreppe mit Abfahrrampe. Jeder wußte was passieren würde. Das Kellergewölbe öffnete sich, in den engen Gängen viele verschiedene Vespen. Gemischt mit vielen Vitrinen in denen wiederum alles gesammelt war, was irgendwie mit Vespa zu tun hat. Mir fiel die Kinnlade runter. Aus Erich sprudelten die Informationen nur so heraus, man konnte das Alles gar nicht so schnell verarbeiten. Ich denke mal 15 Vespa's standen dicht an dicht in diesem Keller. Teils neuere Modelle, teils ältere Jahrgänge. So weit ich weiß, ist Erich etwa so lange in der Vespa-Szene unterwegs wie ich. Aber was er in den 20 Jahren angesammelt hat ist sehr beeindruckend. Dies beurteilten auch alle anderen Gästen so.

Nach etwas mehr als einer Stunde fuhr dann die Gruppe wieder aufs Festgelände. Dort angekommen ging es weiter mit Party. Die ganz Harten scharrten sich wieder um die Bar und ließen der Musikanlage keine Ruhe. Gegen frühen Nachmittag, Zeit für ein Käffchen, klar. Allerlei Kuchen und Kaffee wurden gereicht, sehr lecker. Den Spendern nochmals Dank und ein dickes Lob - Geli, Doro, Frau Freitagsmüller, Martins Schwester! Etwas Hektik kam dann doch noch auf, als um 16 Uhr die ersten Anfragen zum Abendessen an mich herrangetragen wurden. Wie, Abendessen gleich nach dem Kaffee? Allgemeines Kopfschütteln im Führungszentrum an der Bar. Ok, zum Grillen von Steaks braucht man etwas Zeit und Geduld. Als ein eifriger Verfechter des Preßluft-Grillen's wußte ich zwar, das das Anfachen des Feuers hier mangels Kompressor etwas länger dauert, aber bis 18 Uhr sind noch 2 Stunden hin. Das sollte reichen. Da uns aber einige Fernreisende schon um 18 Uhr verlassen mußten, wollten diese mit Recht nicht auf ein Abendmahl à la VCD verzichten. Also machten Herbert, Andi B. und meine Wenigkeit die Grills startklar. 3 Grills für ca. 60 Leute mußten genügen.

Als dann die Fleischstücke auf dem Grill lagen, die Salatbar eröffnet war und sich die allgemeine Hektik gelegt hatte, kamen dann doch viele Gäste vorbei und nahmen Ihr Abendessen in Empfang. Die einen früher, die anderen eben später. Alles ohne Stress und Hast. So grillten wir eben von 17-23 Uhr munter vor uns hin, mal ein Päuschen an der Bar usw., bis dann auch das letzte Steak und die letzte Wurst verbraten waren. Das beliebte Lagerfeuer wurde zwischendurch auch noch entfacht und so ging dann der gemütliche Teil des Abends los. Obwohl einige Quellen der Freude, unter anderem Herberts Abreissblock schon lange versiegt waren, flossen Bier ,Wein, Äppler und andere Getränke in großen Mengen. An der Bar fanden sich wieder die selben Spezialisten des Vorabends ein. Leider leidet unser Club an einem chronischen Damenmangel. Die Mädels wurden im Laufe des Abends immer weniger. Schließlich war es ja erst 2 Uhr in der Nacht. Sehr schade. Nur unsere Doro, ein Urgestein des Clubs, hielt noch die Stellung. Umgarnt von einigen jüngeren Nicht-Clubmitgliedern prallte jeder Zweifel an Ihrer Fitness und ihrem Durchhaltevermögen einfach ab. Musik technisch lagen wir nun im "Neue Deutsche Welle-Bereich", wo sich nun zeigte wer textsicher ist oder nur ein jugendlicher Mitläufer. Auch an diesem Abend wurde wieder gegröhlt und Gitarre gespielt. Wer schon in der Koje lag versäumte etwas. Um 5 Uhr war es dann so weit. Alle Kiddies im Bett. Doro, Wolfgang, Holgi und ich machten das Licht aus.

Aber nicht für lange. Der Rest der kurzen Nacht war ruhig und trocken. Kein Regen, sternenklar und kalt. Der Sonntag Morgen, freundlich von der Sonne geweckt, war leider schon wieder der letzte Tag des Events. Um 8 Uhr erblickte ich das Licht der Welt, von vielen mit einem überraschten "Guten Morgen" begrüßt. Auch wenn viele meinten, ich sähe nicht gut aus an diesem Morgen, es ging mir bestens. Frühstück und Kaffee gingen mir runter wie Öl, mein Kopf paßte durch jede Tür, was will man mehr. Ärisch war schon wieder auf Verabschiedungstour unterwegs weil einige uns früh verlassen mussten. Die Musik spielte heute deutlich leiser als am Vortag und so hatten wir dann noch ein paar schöne Stunden bis der Abbau begann. Alle restlichen Clubmitglieder fasten beherzt mit an, alles wurde verstaut und aufgeteilt. Nach Rekordzeit war der Platz und das Blockhaus besenrein zur Übergabe. Der Oberpfadfinder war von unserer Aufräumleistung begeistert, Alles war noch da, nichts war kaputt gegangen, keiner hatte sich die Haxen gebrochen, eben perfekt. Und der Chefgeldeintreiber Peter der Große berichtete sogar von einem leichtem Plus in unserer Clubkasse.

Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Wochenende!!! Bis auf einige Wenige waren alle Clubmitglieder anwesend und gaben Ihr Bestes. So soll es sein. Zum 30sten werden wir das wiederholen, so Gott will.

Gruß an Alle, Thomas W.

-> nach oben

 

pageImage