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(18. September)  Am kommenden Samstag findet u.a. unsere Äppelwoi-Tour 2.0 statt.   -> mehr
 
Die Äppelwoi-Tour 2006
Es ist so weit, der Herbst hat sich in’s Land geschlichen und die Wälder verfärbt. Höchste Zeit also für der Vespa-Club Darmstadt seine Äppler-Tour zu planen und einige, wertvolle, handverlesene Gäste einzuladen und für diese etwas vorzubereiten.

Die Ausführung und der Termin wurde zu Jahresbeginn bereits festgelegt, die meisten Clubmitglieder mit entsprechenden Aufgaben betreut. Eine, uns angemessene Übernachtungsmöglichkeit wurde gesucht und gefunden – und zwar ein Naturfreundehaus im schönen Odenwald. Heizung, Strom und Licht, warmes Wasser aus Duschen und Wänden, genügend Schlafplätze und je eine Feuer- und Grillstätte waren vorhanden. Ideal also, um das Wochenende vom 6. bis 8. Oktober gediegen zu gestalten. Noch einige Tage vorher hatte es wie aus Eimern geregnet. Doch pünktlich zum Wochenende klarte es auf, und die Sonne konnte noch einiges trocknen. Für das Feuerholz, mit dessen Besorgung ich beauftragt wurde, kam jede Hilfe zu spät. Die Stämme waren so nass, das bei deren Verladung in meinen Hänger einige Frösche und Weinbergschnecken entsetzt das Weite suchten. Im nächsten heißen Sommer hätten die Prügel bestimmt von alleine wieder ausgeschlagen und Blätter getrieben. Für ein gepflegtes Lagerfeuer, mit dem die ganze Veranstaltung steht oder fällt, waren das sehr schlechte Vorraussetzungen. Ich plante deshalb großzügig 5 Liter Zündbeschleuniger der Marke JET-Super Plus so wie eine Elektrokettensäge zur Vorbereitung mit ein.

Am Freitag Nachmittag ging’s los. Hänger an’s Auto, einige Kleinigkeiten verladen und ab Richtung Höchst. Weil noch keine Ausschilderung angebracht war, befuhr ich erstmal einige Wiesen und Waldwege im Zielgebiet. Ein, für den Durchgang gesperrter Rad- und Wanderweg brachte mich schließlich an ein Gebäude im Wald, an dem sich zufälligerweise ein älterer Herr im grauen Kittel zu schaffen machte. Ich wies mich als Clubmitglied des VCD aus, worauf er sich als Hausmeister des besagten Gebäudes zu erkennen gab. Grauer Kittel, was auch sonst!!! Ich war also der erste hier. Schnell den Hänger geparkt, und die Elektrosäge angerissen. Einige Stämme mussten noch zerkleinert werden. Dies ging, dank der Flüssigkühlung des Holzes, recht schnell voran. Kurz vor 18 Uhr erschien dann auch Ärisch und begann mit den Aufbauarbeiten. Da ich für den Freitagabend leider kein Kinderbetreuung finden konnte, musste ich das Fest schon bald wieder verlassen. Doch zuvor sind noch das Team Gude-Brink, Herr Heuver, Steffen und Wolfgang eingetroffen. So, schnell noch den Hänger und den zerkleinerten Meerschweinchenstall (einziges trockenes Holz) mit der Plane zudecken, und hoffen, das es in der Nacht nicht regnet. Es muss heftig geschüttet haben. Als ich am Samstagmorgen erschien waren die Feuerstelle und das Holz unberührt.

Die Frühstücksfeierlichkeiten indes waren schon in vollem Gange. Peter aus Hamburg nahm sein ausgewogenes Frühstück im Freien ein, sehr naturverbunden, wie ich meine. Im wohl temperierten Aufenthaltsraum war mächtig was los. Claudia lies die Kaffeemaschinen nicht zur Ruhe kommen, auch sonst hatten einige wenige des Clubs alle Hände voll zu tun um die Bewirtung im Gange zu halten. Andere trugen ihren noch dicken Kopf vom Vorabend vorsichtig durch die Gegend, jegliche Hektik vermeidend. So ging dann doch die Zeit ins Land. Um 12 Uhr sollte die Äppler-Tour beginnen. Das Wetter sah zum Wandern nicht so toll aus. Nichts desto Trotz wurden die Bollerwagen mit allerlei fester und flüssiger Wegzehrung bestückt, denn wir waren ja nicht zum Spaß da, oder?

Beim Loslaufen sah ich unseren 3 x 6 m Luxuspavillon in mitten der parkenden PKWs stehen und hoffte so für mich: ,,Hoffentlich steht nachher der Pavillon noch da?“ Doch erst ging es ‘mal bergauf und bergauf und noch einmal bergauf bis die erste Weggabelung kam. Hier wurde gerastet und Äppler in vielfältigen Formen zu sich genommen. So ging das nun weiter. Höhenmeter um Höhenmeter wurde erklommen, jede Abzweigung ausgiebig begossen. Und trotz der ganzen Materialvernichtung wurden die sch... Bollerwagen nicht leichter. Mittlerweile wurden wir von einigen Regenschauern überrascht, worauf die Truppe schnell Zuflucht unter den Bäumen fand. Auch hier allgemeine Lagebesprechung mit Umtrunk.

Weiter ging der Treck, geführt von Holgi und Ärisch an den Waldrand, wo sich eine kleine Schutzhütte mit Blick auf Rimhorn befand. Nun war es Zeit, ein gediegenes Tässchen Kaffee und Kuchen zu sich zu nehmen. Zur Überraschung der Gäste hatten wir das beliebte Heißgetränk und Süßteigwaren schon ‘mal vorbereitet und ließen uns diese munden.

Nach einiger Zeit begann der Abstieg in’s Tal. Die Bollerwagen wurden einfach nicht leichter. Wieder wurde jede Gabelung begrüßt und begossen. Ein letzter, heftiger Regenschauer mit starken Windböen ließ uns nun den Wanderschritt beschleunigen. Die Truppe wollte nur schnell zur Hütte zurück. Dort mussten wir feststellen, das sich der besagte Pavillon selbstständig gemacht hatte und sich auf einigen Autos niederließ. Mit wagemutigen Helfern gelang es dann jedoch das Zelt wieder auf eigene Beine zu stellen und zu sichern. Während sich unsere Gäste erst einmal trockneten und aufwärmten, machten sich Ulrich und ich schon ‘mal Gedanken um das Lagerfeuer und die Grillstelle.

Der Grill sollte mit reichlich Glut von der Lagerfeuerstelle beschickt werden. Also, Holz aufschichten, den JET-Zündbeschleuniger hinzufügen und nun mit beherztem, sicherem Griff das brennende Streichholz am Scheiterhaufen ablegen, um sich so ziemlich alle Haare an Hand und Unterarm anzuschmoren. Aber es brennt! Es qualmt und zischt, es knackst das nasse Holz. Spätestens jetzt verlassen die letzten Insekten ihre Löcher, für viele zu spät. Nach einer guten Stunde war das Feuer soweit gediehen, das man beruhigt sagen konnte: Das Feuer brennt, es kann gegrillt werden. So nach und nach kamen alle heraus, um ein totes Stück Fleisch auf den Rost zu legen. Mir ist natürlich das gleiche Steak zweimal in die Asche gefallen. Das schmeckt dann eben nach der Heißwasserdusche ein bisschen wie Suppenfleisch; hat auch was! Egal, alle haben genug zu essen und trinken und die Stimmung in der Hütte ist feuchtfröhlich. Nach dem Aufstellen der Klappbänke um’s Feuer gesellen sich immer mehr an Selbiges.

Mehr- oder weniger wichtige Dinge werden nun hier besprochen. Meterweise werden Erdbeerlimer und andere Süßgetränke gereicht. Aber es wird auch immer kälter, der Mond leuchtet unverhüllt und verspricht eine kalte Nacht. So langsam lichten sich die Reihen an der Feuerstelle. Es ist etwa kurz vor halb drei in der früh als ich als einer der letzten mich in mein Nachtquartier schleiche. Man will ja keinen aufwecken. Also hoch in’s Zimmer, natürlich kein Licht machen, Schlafsack ausrollen, Klamotten vom Leib, und langsam und vorsichtig die erste Etage erklimmen. Doch das Bettgestell geigt und quietscht, rasselt und klappert. Herr Heuver, Untermieter für diese Nacht brummt verstört, mit Recht. Nun bin ich oben, baue mich so gut wie es eben im dunkeln geht in meinen Schlafsack ein, das Bett geigt und rasselt immer noch, versuche leise den Reißverschluss zuzuziehen, da merke ich, sch..., der Reißer ist entzwei. Herr Heuver wälzt sich nun hörbar ungehalten in seinem Bett hin und her. Doch irgendwann habe ich den Schließmechanismus wider zusammen gefügt und somit die Nacht wohl behütet verbracht.

Der nächste Morgen begann wieder mit einem ausgiebigem Frühstück mit allem was dazu gehört. Gefachsimpelt wurde unteranderem über die deutsche DIN-Salamiwurstscheibe, die mit exakt 3 mm Schichtstärke von Manfred mit freier Hand zugeschnitten wurde. Auch an diesem Morgen liefen die Kaffeemaschienen ununterbrochen. So gegen 11 Uhr kam dann Aufbruchstimmung auf. Einige hatten noch eine lange Heimfahrt vor sich. Nacheinander wurden Autos und Roller gepackt. Es schien die Sonne von blauem Himmel, die Tour nach Hause bestimmt ein Genuß. Doch für uns ging’s nun los mit dem Aufräumen und Großreinemachen. Etwa um 14 Uhr war alles zur Zufriedenheit der Pächterin wieder hergestellt, die Äppelwoi-Tour 2006 beendet.

Doch der einzige Wermutstropfen wie jedes Jahr: Die Nichtanwesenheit einiger Mitglieder! Der Termin des Events wurde zu Jahresbeginn festgelegt und für gut befunden. Sicher, in den Folgemonaten kann viel passieren, unerwartetes eintreten. Auch ich konnte leider den Freitagabend wegen des fehlenden Kindermädchens nicht voll auskosten. Doch Jeder, der nicht dabei war, hat nicht nur was versäumt, sondern auch die ganze Arbeit auf ein Paar wenige Schultern geladen. Dass das Treffen jedem Gast super gefallen hat, brauche ich nicht groß zu erwähnen, das war bisher immer so. Die positive Resonanz fällt auf den ganzen Vespa-Club Darmstadt zurück. Einige von uns schmücken sich zu unrecht mit den Lorbeeren. Leute, denkt mal darüber nach! Doch, genug gemosert, mir hat’s sehr gut gefallen, die Wanderung war klasse, lauter nette Leute hab ich mal wiedergesehen und im nächsten Jahr, so Gott will, bin ich wieder mit dabei.

Thomas W.

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