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Holiday in Norway – 13. Juli bis 3. August 2002
1. Tag: Samstag, 13. Juli
Morgens im Halbschlaf höre ich schon allseits bekannte Geräusche – die Welt geht draussen ‘mal wieder unter – und das zu einem Zeitpunkt, wo ich im Begriff bin, meinen Urlaub anzutreten. Holger Leib ‘ne kurze Nachricht geschickt und flugs den Treffpunkt um eine Stunde verschoben. Als ich jedoch am Frankfurter Kreuz ankomme, hört der Regen schon auf und es wird langsam wärmer. Kurz nach 9.30 Uhr bin ich in Marburg, hier scheint mittlerweile die Sonne und es wird zu warm in der Regenkombi. Über die B 3 geht’s gemütlich Richtung Kassel. Ab hier weiter die altbewährte Strecke über die A 7 in den Norden.

Einen kleinen Zwischenstopp gibt’s in Hannover in Daisys Diner, wo wir uns bei angenehmer Musik leckerem amerikanischem Essen hingeben. Recht unspektakulär geht es weiter. Unser erstes Etappenziel soll das Storchendorf Bergenhusen sein. In Tornesch, kurz hinter Pinneberg, gesellt sich noch Tatjana zu uns, so dass wir die Norddeutsche Tiefebene nicht alleine durchqueren müssen. Gegen 20 Uhr erreichen wir bei sommerlichen Temperaturen Stefans Heimstatt, wo bereits Jörn aus FL auf uns wartet. Zu fünft genießen wir den lauen Abend bei einheimischen Getränken und Speisen und snaken noch allerlei Benzin. Die ersten 630 km sind geschafft!

2. Tag: Auf nach Dänemark
Nach einem gemütlichen Frühstück brechen Holgi, Jörn und Ich so gegen 10 Uhr auf und fahren noch bis kurz vor Flensburg über’s flache Land, bevor uns die Autobahn wieder hat. An Aabenraa, Kolding, Århus und Aalborg vorbei nach Hjørring, wo wir die Jugendherberge gebucht haben. Abends noch kurz nach Hirtshals gefahren, bißchen Seeluft schnuppern und mit einem leckeren Abendessen in Hjørring, wo’s schon wieder Fisch gibt, lassen wir den Tag ausklingen und stimmen uns auf Norwegen ein.

3. Tag: Norwegen – Lyndesnes Fyr – Lysefjord
Um 5.30 Uhr ist die Nacht vorbei, da wir eine Stunde später an der Fähre sein müssen. Um 8 Uhr geht’s endlich los – Norwegen wir kommen! Nach einer unspektakulären Überfahrt bei topfebener See und wolkenlosem, blauem Himmel laufen wir gegen 12.30 Uhr in Kristiansand ein. Über eine kurvenreiche Strecke, immer schön am Meer entlang, geht’s zu unserem 1. Aussichtspunkt: Lindesnes Fyr, der südlichste Punkt Norwegens. Von meinen beiden letzten Urlauben hatte ich diesen Punkt immer mit sehr viel Wind in Erinnerung, dies fiel heute leider aus. Da unsere Übernachtungsmöglichkeit leider schon vergeben ist, beschließen wir noch bis an den Lysefjord zu fahren. Gegen Abend kommen wir in der Jugendherberge am Preikestolen an.

4. Tag: Preikestolen
Am nächsten Morgen geht’s in einer knapp 2-stündigen Wanderung durch Wald, sumpfige Hochmoore und Geröllfelder zum Preikestolen (Kanzel). Obwohl überall Schilder stehen, rennen einige verrückte Amerikaner in Halbschuhen oder noch weniger über die Felsen, als ob es was umsonst gibt. Belohnt wird die anstrengende Wanderung mit einem atemberaubenden Blick in den 600 m tieferliegenden Lysefjord. Die leichtsinnigen sitzen alle am Rand, während der Rest es sich weiter hinten bequem macht. Holgi holt sich bei unserem mehrstündigen Aufenthalt auf der Kanzel auch seinen ersten Sonnenbrand.

5. Tag: Stavanger – Haugesund – Bergen
Mit der Fähre geht es am Morgen von Tau nach Stavanger, eine der ältesten Städte Norwegens. Wir besichtigen Gamle (Alt) Stavanger. Die meisten kleinen Holzhäuser sind in Privatbesitz und alle restauriert. Es ist kein Open-Air-Museum, sondern ein bewohntes kleines Viertel mit ca. 160 Einwohnern. Weiter geht es durch den fast 6 km lagen Byfordtunnel (den längsten Meerestunnel für Autos der Welt), welcher 223 m unter dem Meeresspiegel liegt.

In Haugesund besichtigen wir Haraldshaugen. Das Denkmal wurde 1872 erbaut und symbolisiert die erste Einigung Norwegens unter König Harald Hårfagre, genannt „Schönhaar“. Nach diversen Fährüberfahrten kommen wir gegen Abend in Bergen an. Bei der Fahrt durch die Vororte bemerke ich am Straßenrand eine Vespa, welche mir noch von meinem letzten Treffen in Bergen 1999 bekannt ist. Wie sich herausstellt, betreibt der Eigentümer mit einem Freund zusammen eine Vespa-Werkstatt.

6. Tag: Bergen
Bergen hält den Regenrekord in Europa, unbestätigten Berichten zu Folge werden die Kinder mit einem Regenschirm in der Hand geboren. Bergen bei Sonnenschein ist ein Glückstreffer – wir hatten ihn gezogen! Den Donnerstag haben wir für die Sehenswürdigkeiten vorgesehen: das alte Stadtviertel Bryggen, den Floien, das Nordische Fischereimuseum, den Fischmarkt und nachmittags geht es noch zu R&B Scooter (www.scooter.no). Hier bekommen wir die Einladung zu einem Nighter, zu dem auch die Bergener Vespisten kommen sollen. Als wir Freitagmorgen um 2 Uhr gehen, waren sie leider noch nicht da.

7. + 8. Tag: Briksdalsbreen – Stranda
Für die Fahrt zum Briksdalsbreen, einem Seitenarm des Jostedalsbre (Norwegens größtem Gletscher) haben wir 2 Tage veranschlagt. Da uns das Wetter immer noch gut gesonnen ist, macht das Vespazieren in der herrlichen Landschaft einfach nur Laune. Der knapp 1-stündige Aufstieg am Samstagvormittag (die weniger lauffreudigen lassen sich mit einer Kutsche hinaufbefördern) fordert doch einige unserer mühsam erworbenen Kalorien. An der Gletscherzunge angekommen, werden wir allerdings mit einem überwältigenden Eindruck verwöhnt. Hellblau schimmert das Eis des Gletschers vor uns, ein ganz hartgesottener schwimmt ein paar Züge im Gletschersee! Nach der Rückkehr zu den Vespen fahren wir weiter nach Stranda an den Storfjord, wo wir Jutta und Thomas vom VC Rüsselsheim besuchen wollen. Die beiden sind vor 4 Jahren ausgewandert.

9. Tag: Alesund – Trollstigen
Sonntags fahren wir mit den Beiden (und ausnahmsweise ‘mal ohne Roller) nach Ålesund. Im Jahre 1904 wurde die Stadt fast komplett durch einen verheerenden Brand vernichtet. Danach wurde sie komplett in Stein wiederaufgebaut, im damals aktuellen Jugendstil. Vom 135 m hohen Hausberg Aksla hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt und die umliegende Landschaft.

Nach unserer Rückkehr nach Stranda am später Nachmittag beschließen wir noch zum naheliegenden Trollstigen zu fahren, eine der schönsten Bergstraßen Norwegens. Da wir den kürzeren Anfahrtsweg gewählt haben, dürfen wir die 11 engen Haarnadelkurven erst herunter und dann wieder herauffahren. Und bei der Rückfahhrt nach Stranda sind wir auch noch ordentlich naß geworden. Damit werden die 2 schlechtesten Tage unseres ansonsten sonnenverwöhnten Urlaubs eingeläutet ... und abends gab’s zum wiederholten Male Lachs!

10. Tag: Geirangerfjord – Gudbrandsdal
Montagmorgen ist der Himmel immer noch grau als wir Stranda verlassen. Über den Adlerweg geht’s zum Geirangerfjord, doch ab 600 m fahren wir im Nebel. Erst kurz bevor wir Geiranger erreichen, lichtet sich der Nebel und gibt den Blick auf die beiden Kreuzfahrschiffe frei, die im Fjord vor Anker liegen.

Die Fahrt über den Dalsnibba schenken wir uns, da schon wenige Kilometer hinter Geiranger uns der Nebel wieder hat – und bei Sichtweiten unter 20 m macht es nicht wirklich Spaß Pässe zu fahren. Nachdem der Nebel sich mehr oder weniger verzogen hat, regnet es den Rest des Tages. Aufgrund des schlechten Wetters beschließen wir durch das Ottadal bis nach Sjoa im Gudbrandsdal (Norwegens längstes Gebirgstal) zu fahren und in der dortigen Jugendherberge zu übernachten.

11. Tag: Gudbrandsdal – Lillehamemr
Im Laufe des Dienstags hört es endlich auf zu regnen und als wir in die Olympiastadt Lillehammer kommen, scheint auch wieder die Sonne.

12. Tag: Lillehammer
Den heutigen Tag verbringen wir zu Fuß im Technikmuseum sowie im 1904 eröffneten Freilichtmuseum Maihaugen. Hier hat der Zahnarzt Anders Sandvig über 170 charakteristische Gebäude aus dem Gudbrandsdal zusammengetragen. Nachmittags gibt’s noch etwas Olympiafeeling an der Sprungschanze, von der man einen schönen Blick auf den Mjösasee hat. Den Abend lassen wir im Kino ausklingen – amerikanisches Original mit norwegischen Untertiteln.

13. Tag: Gjövik – Oslo
Bevor es weiter nach Oslo geht, bestaunen wir noch die Fjellhall in Gjövik. Sie wurde 1993 nach 2-jähriger Bauzeit fertiggestellt und ist die weltweit größte Zuschauerhalle die in einem Berg liegt (www.fjellhallen.no/gammel/index.html). Kurz vor Oslo meldet sich Dirk und teilt mir mit, daß unsere Anzüge für die Hochzeit noch nicht da sind. Ich hatte das Paket vor 3 Wochen abgeschickt, offensichtlich an die falsche Adresse. Die Übermittlung der neuen ist im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen wohl verlorengegangen. Nach einigen mehr oder weniger entspannten Gesprächen auf dem Postamt des Osloer Hauptbahnhofs wissen wir zumindest, wo wir am nächsten Tag suchen müssen. Erst ‘mal weiter zur JH und anmelden. Durch einen Buchungsfehler des Personals bekommen wir mehre Zimmer in den oberen Etagen der JH mit eigenem Bad, Küche und großem Aufenthaltsraum. Abends treffen wir uns noch mit Ulli von den Heidenheimern, welcher seit 3 Monaten zum arbeiten in Oslo ist; bei angelsächsichen Getränken in einem netten Pub.

14. Tag:
Freitagmorgens geht es als erstes mit dem Bus zum Postamt. Wir haben uns die Oslocard gekauft, mit der man kostenlos in die meisten Museen kommt sowie die öffentlich Verkehrsmittel benutzen kann. Und siehe da, als wir das Postamt betreten, liegt unser Paket locker im Regel und wartet darauf mitgenommen zu werden. Nach kurzer Erklärung mit der zuständigen Beamtin bekomme ich das Paket ausgehändigt. Ich muß mich noch nicht einmal ausweisen – unvorstellbar in Deutschland!

Nach einem kurzen Abstecher über den Bahnhof, wo unser Paket im Schließfach deponiert wird, fahren wir weiter auf die gegenüberliegende Insel Bygdoy um uns das Fram- sowie das norwegische Schiffahrtsmuseum anzuschauen. Abends treffen wir uns mit Dirk, Ulli und einigen anderen Hochzeitsgästen um bei Marius noch angenehm auf Dirks letzten Abend als Junggeselle zu feiern – über den Dächern von Oslo mit Blick auf Hafen und Festung.

15. Tag:
Um 12 Uhr rüsten wir uns für die Kirche. Der Zug zur Kirche hat Dank der Osloer Love Parade 1/2 Stunde Verspätung. Als wir an der Kirche ankommen, sehen wir gerade noch wie hinter der Braut die Kirchentür geschlossen wird. Doch der freundliche Pastor läßt uns und 3 andere Hochzeitsgäste (die es auch nicht pünktlich geschafft haben) noch in die Kirche. Da alle Reden in norwegisch gehalten werden, bekommen wir eher weniger mit. Zur Untermalung der Zeremonie tragen eine Sopranistin und ein Klavierspieler bei. Nach den üblichen Glückwünschen verabschiedet sich das Brautpaar in einem alten, englischen Sportwagen, während der Rest zurück in die Stadt fährt.

Da wir bis zur Abendveranstaltung noch einige Stunden Zeit haben, beschließen wir schon ‘mal die Karten für die Rückreise zu reservieren. Ursprünglich hatten wir geplant, am Montag nach Kristiansand zu fahren und von dort am Dienstagmorgen die Fähre nach Hirtshals zu nehmen. Nachdem wir aber erfahren, das die Nachtfähre von Oslo nach Dänemark genauso viel kostet, ist unser Entschluß schnell gefaßt. Um 21 Uhr treffen wir uns mit Ulli und 2 Vespisten vom Restless S.C. am Hafen um zusammen nach Bygdoy überzusetzen und die weiteren Hochzeitsfeierlichkeiten zu genießen.

16. Tag:
Den Sonntag verbringen wir im Verteidigungs-Museum und in der Festung, bevor sich das Wetter nachmittags verschlechtert.

17. Tag:
Der letzte Tag in Oslo wird mit Shopping genutzt, um unsere letzten Barbestände loszuwerden. Kurz bevor wir auf die Fähre gehen, wollen wir uns noch etwas Wegzehrung (eine Seefahrt die macht hungrig, oder so) besorgen und diese dann mit Holgers Karte bezahlen. Im 1. Supermarkt stehen wir an der Kasse, ich räume die Sachen ein und Holger will bezahlen, als die Kassiererin meint, mit seiner Karte wär’s hier nicht möglich. Da sie auch Euros und dänische Kronen nicht akzeptiert, lassen wir die Sachen einfach stehen und begeben uns in den nächsten. Als die Karte auch hier nicht angenommen wird, müssen wir leider in den sauren Apfel beißen und noch einige Barbestände über meine EC-Karte organisieren.

Im weit verzweigten Tunnelsystem unter Oslos Innenstadt trennen sich auf dem Weg zur Fähre kurz unsere Wege als ich versehentlich eine Ausfahrt zu früh raus fahre und Holger allein den Weg suchen muß. Als ich am Fähranleger ankomme steht seine T4 vor’m Fährbüro und einige auswärtige Taxifahrer stehen herum und sind am diskutieren. Bei der Suche wo er hin soll, war er so beschäftigt, als das Taxi vor ihm wohl abrupt gebremst hat und die T4 mit dem Kotflügel grad’ so unter die hintere Stoßstange gerutscht ist. Nach einigen Diskussionsrunden mit dem Chef des Taxiunternehmens kommen wir als eine der letzten auf die Fähre. Auf dem Oberdeck genießen wir den Sonnenuntergang bei der Fahrt durch den Oslofjord.

18. Tag: Dänemark
Um 7.30 Uhr sind wir wieder in Dänemark. Wir fahren die wenigen Kilometer nach Skagen, an die Nordspitze Dänemarks und dann weiter an der Ostsee Richtung Süden. Unterwegs treffen wir auf einer kleinen Fähre noch Susi und Stefan Plagge mit ihren Kurzen, die gerade hier in Urlaub sind. Wir snaken ein bißchen und kurze Zeit später trennen sich schon wieder unsere Wege. Durch’s Landesinnere fahren wir zu Manfred und Ilse mit denen wir uns verabredet haben. Der Abend klingt gemütlich in kleiner Runde aus.

19. Tag: Guldvorhoved
Eigentlich wollten wir heute dem nahegelegenen Legoland einen Besuch abstatten. Aber angesichts der Hitze beschließen wir, den Tag lieber faul im Garten zu verbringen und uns den kulinarischen Genüssen von Ilse zu widmen.

20. Tag: Flensburg – Bergenhusen
Am späten Vormittag kommen wir los und fahren auf mehr oder weniger einsamen Landstraßen Richtung Grenze. Kurz vor Hotdoghav erwischt uns noch ein Regenschauer von jetzt auf gleich, aber nach einem kleinen Imbiß ist schon wieder die Sonne da. Noch kurz die kulinarische Reise in Flensburg auf einen Stopp bei der Eiszeit ergänzt. Als im Radio die ersten Unwetterwarnungen für Norddeutschland bekannt werden, ist es auch für uns an der Zeit weiterzufahren, da wir noch trocken in Bergenhusen ankommen wollen. Außer einer leichten Brise hat’s aber unterwegs nichts mehr gegeben. Wie wir später erfahren, ist allerdings im Großraum Hamburg kurzfristig die Welt untergegangen.

21. Tag: Hamburg – Braunschweig
Bei strahlendem Sonnenschein geht’s am Vormittag weiter nach Hamburg, auf einen kurzen Abstecher in die Speicherstadt. Gegen Abend sind wir bei Meike und Olaf in Braunschweig und lassen den Tag gemütlich beim Italiener ausklingen.

22. Tag:
Die letzten Kilometer geht’s über bekannte Autobahnen und Bundesstraßen, bei Holger noch ‘n kurzen Stopp eingelegt und gegen 20 Uhr bin ich wieder zu Hause.

Fazit:
Gefahren sind wir so ca. 4.000 km und außer das mir kurz vor Lillehammer die Tachowelle gerissen ist, gab’s keine Probleme mit den Vespen. Das Wetter war – bis auf 2 Tage – hervorragend, immer über 20°, in Bergen und Oslo sogar über 30° C. Die Lebenshaltungskosten waren nicht wirklich niedrig, aber im Gegensatz zu England immer noch günstiger!

Ärisch

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