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Die Tour in den Osten Pfingsten 2001
Zum Vorlauf dieser Tour erinnere ich mich an ein Gespräch mit Holgi während eines der zahlreichen Menaggio-Oster-Events. Darin ging es darum, daß man an einem anderen Ort als Menaggio mit einer motivierten Gruppe ’mal was anderes etablieren müsse, als immer wieder das im Prinzip gleiche (obligatorische Händlertour – Aussichtspunkt – Bennet-Shopping – usw.). Ein Deutscher der in Tschechien wohnt, aus dem Rollerdunstkreis kommt, und darüberhinaus schon mehrfach eine Einladung in seine Gefilde ausgesprochen hatte schien passend zu sein.

So, und nun zur Fahrt. Da mein Roller auf dem Weg nach Bremen versagte, mußte ich auf meine Schrauberei vom Vortag vertrauend, mit neuem Kolben und unwissend ob denn die Ursache des Klemmens behoben war, die Strecke zum Treffpunkt an der A 3 alleine zurücklegen. Nach halblegalem Durchqueren des Staus vor dem Parkplatz fand ich dort Gregor und Frau und Roller vor. Holgi folgte nach ca. einer halben Stunde und Ärisch verdiente noch seine Brötchen bei Phönix – somit waren wir komplett.

Die Strecke bis Schweinfurt war eine Kombination aus Autobahn und Landstraßen und recht kurzweilig. Dort stieß Ritchie zu uns, der die Anreise nach Tschechien um einen Aufenthalt bei Verwandten erweitert hatte.

Unspektakulär ging es weiter, bis wir vor der Landesgrenze (EU-Aussengrenze) auf eine stehende, geschlossene LKW-Kollonne von ca. 5 km Länge trafen, die unsere Fahrspur eigentlich völlig in Anspruch nahm. Entgegenkommende LKW behandeln überholende Verkehrsteilnehmer so als gäbe es sie nicht – wohl dem der mit einspurigen Fahrzeugen an den Lastern vorbeifährt.

Dank GSM-Kommunikation wußten wir bereits von Dicky’s und Norbert’s Anwesenheit jenseits der Grenze und der erste Grenzübertritt sollte reibungsloser verlaufen als derjenige der uns wieder zurück in die Heimat bringen würde.

Norbert (unser Gastgeber) war so hibbelig ob unserer Ankunft, sodaß er bereits ab 18 h unsere für 20 h angekündigte Ankunft erwartete. Dicky gesellte sich ab 19 h zu ihm. Auf einer unerwartet gut ausgebauten Strecke ging es dann weiter in Richtung Norbert’s Sommer-Domizil, einem ehemaligen Ziegenbauernhof! Einiges später erschien Ärisch und sein Uno.

Am ersten Abend empfing uns Norbert’s Frau Anna mit deftiger und reichhaltiger Landeskost und Norbert hatte die glorreiche Idee einer Bierprobe, schließlich galt es das beste Getränk für weitere 2 Abende zu organisieren. Nach einer Hausbesichtigung, dem Beziehen der Quartiere, einigen Bieren (selbst in den Betten gab’s noch Bier ...) und Norbert’s Vespa-Gesprächen wurde bei bekannter Geräuschkulisse (Dicky und ich) das Tagwerk beendet.

Der nächste Tag begann mit allen erdenklichen keramischen Annehmlichkeiten. Man braucht dazu übrigens nicht zwingend einen Anschluß an die kommunale Entsorgung, – eine Sickergrube die selbst für Geld und gute Worte keine Leerung erfährt tut’s auch.

Nach erwartungsgemäß reichhaltigem Frühstück (so sollte es 3 Tage bleiben ...) fuhren wir mit 2 Wagen nach Marienbad, denn Norbert fährt bei Regen nicht mit dem Roller. Das zuvor organisierte Geld aus Geldautomaten wurde dann in Kurortoblaten investiert. Einige zelebrierten in der Kureinrichtung auch eine Trinkkur aus mehr oder minder geruchsintensiven Heilwässern für verschiedenste Zipperlein. Es folgte ein Rundgang durch den Stadtkern.

Auch an diesem Tag sollte das anwachsende Übergewicht nicht zu kurz kommen. Wir fanden uns in einem Restaurant ein und lebten wie die Römer und zwar zu Preisen die in unseren Regionen den sicheren Konkurs eines jeden Gastronomen bedeuten würden. Erwähnt sei an dieser Stelle auch die Qualität der Knoblauchsuppe, welche in der Chemie um mindestens ein CC ergänzt werden würde oder mit rauchend zu bezeichnen wäre. Auf dem Nachhauseweg statteten wir noch einer tchechischen Eisdiele/Szenekneipe/Kiosk/Jugendclub-Mischung einen Besuch ab um oben erwähntes Bier zu organisieren.

Zuhause angekommen erwartete die ausgezehrte Rollergemeinde ein reichhaltiges mindestens 3-gängiges Menü in dessen Verlauf ein Eierstich in Kuchenform serviert wurde, in dem mindestens die Tagesleistung einer kleineren Legebatterie Hühner verarbeitet wurde und dessen Anzahl Eier selbst Bud Spencer ein Nachordern erspart hätte. Und zum Abschluß Kuchen und dann noch Knabberei und ...

Wir machten den Versuch einer Wiedergutmachung in Form eines durch Ärisch organisierten Präsentkorbes den wir im Laufe des Abends feierlich überreichten. Ein Glück enthielt der Korb auch die von Norbert so geliebte Leberwurst die es anscheinend in Tschechien nicht gibt.

Pfingstsonntag begann mit Frühstück in erweitertem Umfang und der Fortführung der Reparaturen an Norbert’s Lusso, der sich schon am Vortag ein Teil der Gruppe gewidmet hatte. Schließlich ist Norbert stolz darauf sein Prachstück in den ca. 20 000 km keiner regelrechten Wartung zugeführt zu haben.

Es folgte der gemeinsame Besuch des Asia-Marktes. Diesen beschreibt man eigentlich recht treffend wenn man ein Jahrmarktgelände in ca. 3 m x 5 m große Parzellen unterteilt, diese aneinanderreiht, zwischendrin ein paar Wege läßt und im Grunde genommen bei allen das gleiche Angebot erwartet. Die Asiaten lockten einen dann mehr oder minder geschickt oder handgreiflich in ihre Läden und erwarteten Umsatz. Dicky warnte eine der Händlerinnen in flottem Norddeutsch davor ihn nochmal zu anzupacken, sonst gäbe es etwas vor den Hals.

Ein weiteres Restaurant sollte uns in gewohnter Manier verköstigen. Einzelheiten bleiben hier nun unerwähnt.

Einen Besuch war uns dann noch Franzensbad wert. Dort ist die Renovierung der repräsentativen Gebäude, die den von uns besuchten Bädern gemein ist, etwas weiter fortgeschritten. Mit Verlassen der Hauptstaßen bietet sich einem jedoch im Wesentlichen das gleiche verfallene Stadtbild.

Kurz vor einem aufziehenden Gewitter gaben wir uns in einem Cafe vor malerischer Kulisse einem italienischen Moment hin und genossen Cappuccio.

Rechtzeitig in unserer Unterkunft ereilte uns dann ein weiteres reichhaltiges Mal welches keine Wünsche offen ließ. Norbert erzählte erneut aus 40 Jahren Vespazieren in solch engagierter Weise, daß er sich mehrfach auf sein Sofa zurückziehen mußte um seinen entgleisten Hypertonus zu therapieren. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir dann auch von den akademisch medizinischen Qualitäten von Gregor’s Minnie. Da wir jedoch in Norbert’s Fotoalben schmökerten hielt es Norbert nie lange auf seinem Sofa aus und berichtete von seinen bisweilen recht abenteuerlichen Geschichten.

Am nächsten Morgen genossen wir ein letztes Mal das durch Anna zubereitete Frühstück und wunderten uns über den schon am Vorabend angekündigten Stromausfall in der gesamten Region. Kommt aber anscheinend öfter vor und beunruhigt niemanden.

Auf den Austausch von Adressen und den Absichtserklärungen, daß man dieses Event ’mal wiederholen müße, folgte die Ausgabe der schon angekündigten Lunchpakete dessen Inhalt ein mehr als handflächengroßes Schnitzel nebst Brot und Apfel und Nougattaler war.

Die Abreise erfolgte bei etwas mehr als 4 Grad Celsius aber immerhin nur verhaltenem Regen. An der Grenze gab es einen längeren Aufenthalt, weil man bei der Recherche der Grenzformalitäten übersehen hatte daß es in einem Osteuropäischen Land ungewohnte Regelungen den Grenzübertritt betreffend geben kann. Es fehlte Minnie’s Visum. Gegen eine Strafzahlung in Höhe der Visumsgebühr ließ man uns in ursprünglicher Gruppenstärke und mit erhobenem Zeigefinger fahren. An einem Autobahnrastplatz genossen wir dann noch Anna’s Wegzehrung und lösten wenig später die Gruppe auf.

Andi Ott

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